Vom Handwerksbetrieb zum Partner der Industrie

Die Steinlen Elektromaschinenbau GmbH nebst Vorgängern besteht seit mehr als 100 Jahren. Die Selbstverständlichkeit mit der heute über 5.000 Kunden weltweit betreut werden, war in den Anfangsjahren unvorstellbar.

Seit über einem Jahrhundert sind Wachstumsphasen ein fester Bestandteil der unternehmerischen Prozesse. Fünf mal musste das Unternehmen umziehen – jedes Mal wurde in ein noch größeres Betriebsgebäude investiert. Neue Maschinen wurden angeschafft, das Lager wurde vergrößert und die Mitarbeiterzahl wuchs stetig. Dringend benötigte Maßnahmen, um mit der Ausweitung des Handels-, Lizenz- und Service-Programms Schritt zu halten. Das Ziel war und ist immer die effektive Organisation betrieblicher Prozesse und vor allem die Zufriedenheit unserer Kunden.

Trotz der klaren industriellen Ausrichtung wird eine gute Handwerkstradition gepflegt: Als einer der ältesten Innungsfachbetriebe für Elektromaschinenbau in Deutschland fördern und begleiten wir junge Menschen während ihrer Ausbildung bei Steinlen. Durchschnittlich arbeiten am Standort Burgwedel 18 Azubis, die zu Elektronikern für Maschinen und Antriebstechnik oder zu Kaufleuten für Büromanagement ausgebildet werden. Schon mehrfach kam der landesinnungsbeste Absolvent der Gesellenprüfung von Steinlen. Für die besonders verlässliche Ausbildung wurde Steinlen bereits vom Niedersächsischen Kultusministerium ausgezeichnet.

1905 – 1971

Als die kleine Ankerwickelei im Jahre 1905 in Hannover-Linden / Weberstraße von Elektromeister Karl Schäfer gegründet wurde, befasste sich der Betrieb mit Installationen von elektrischen Licht- und Kraftanlagen, Neu- und Umwicklungen von Ankern und Spulen sämtlicher Fabrikate, dem Bau von Kollektoren, Widerständen, Kontrollern, Schalttafeln jeder Größe und bevorratete Kohle- und Kupferbürsten.

Damals gab es den Beruf des Elektromaschinenbauers noch gar nicht, dieser wurde erst 1934 als selbstständiger Beruf im Elektrohandwerk geschaffen.

Die Ankerwickelei wird innerhalb von Hannover-Linden 1917 in die Deisterstraße und 1922 in die Wittekindstraße verlegt. 1936 übernimmt Kurt Schäfer (Sohn des Gründers) den Betrieb.

1941 geht der Betrieb an die Dornhöfer GmbH über, die ihn als Filialbetrieb dem Hauptgeschäft in Mainz angliederte und den Ingenieur Otto Schnarr als Leiter der Zweigniederlassung einsetzte. Im September 1943 wurde der Elektromaschinenbaumeister Friedrich Pape knapp 30 Jahre lang Konzessionsträger (bis 1970). Er war im Gesellen- und Prüfungsausschuss der Elektro-Innung Hannover tätig und hat sich für die Fachgruppe Elektromaschinenbau große Verdienste erworben.

Am 08.12.1945 wurde der Zweigbetrieb in Hannover-Linden als selbstständige GmbH eingetragen. Herr Ing. Otto Schnarr übernahm das Unternehmen am 01.01.1954 und führte es unter dem Namen Otto Schnarr Elektromaschinenbau GmbH, vormals Dornhöfer GmbH, weiter.

  • 1955: Steinlen wird Vertragswerkstatt der Eberhard Bauer GmbH.

Im Jahr 1955 wurde das Unternehmen Vertragswerkstatt der Eberhard Bauer GmbH, Esslingen / Neckar, das als erstes Unternehmen seinerzeit eine Produktionslinie für die Serienfertigung von Getriebemotoren aufbaute und gerade auf viele Standorte expandierte.

1960 wurde die Otto Schnarr GmbH durch Eintrag in das Handelsregister Hannover in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt und 1966 folgte ein weiterer Umzug nach Hannover-Empelde, Häkenstr. 7, wo ein stillgelegter Bauernhof gepachtet und zweckentsprechend umgebaut wurde.

 

1971 – 1986

Am 01.01.1971 übernahm Joachim Steinlen das Unternehmen und firmierte unter Otto Schnarr, Inhaber El.-Ing. (grad.) Joachim Steinlen. Kurz darauf wurde die Geschäftstätigkeit um den Verkauf von elektrischen Antrieben und Ersatzteilen erweitert und wieder einmal reichten die bisherigen Betriebsräume nicht mehr lange aus.

Auf der Suche nach neuen Betriebsräumen, wurde Herr Steinlen in Großburgwedel fündig. Das ursprünglich als KFZ-Werkstatt genutzte Gebäude war durchaus für einen Elektromaschinenbau-Betrieb geeignet. Es folgten diverse Um- und Neubauten, um das Gebäude und die Nutzfläche maximal auszuschöpfen.

Die Getriebe-Schlosserei wurde am 14.04.1975 von Hannover-Empelde nach Großburgwedel in die Berkhopstr. 12 verlegt. 1977 folgte der Umzug der Ankerwickelei und des restlichen Betriebes. Natürlich wurde die Einweihung der neuen Räumlichkeiten Anfang September 1977 mit zahlreichen Gästen groß gefeiert.

Am 01.01.1979 wurde die Einzelfirma wieder in eine GmbH umgewandelt und firmiert seither als STEINLEN Elektromaschinenbau GmbH. Das Unternehmen wächst kontinuierlich und wird auf 2.000 qm Betriebsfläche erweitert.

Im Jahr 1980 werden 35 Mitarbeiter beschäftigt. Herr Steinlen feiert nicht nur sein 30jähriges Arbeitsjubiläum und 10 Jahre Selbstständigkeit sondern blickt zurück auf eine 75jährige Unternehmensgeschichte, sowie eine 25jährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Firma Bauer. Das freiwillige und ehrenamtliche Engagement von Herrn Steinlen in verschiedenen Verbänden wie der Elektro-Innung, dem LIV, ZVEH, der VDE und der EASA brachten ihm besondere Anerkennung und eine allseits respektierte Meinung.

 

1986 – 1994

Seit den 80er Jahren wurde das Handels-, Lizenz- und Service-Programm kontinuierlich aufgebaut und ausgeweitet. Die Produktpalette wurde vielfältiger und die Firma etablierte sich als angesehener Fachbetrieb. Durch faire, engagierte und vertrauensvolle Geschäftspraktiken wurden Partnerschaften geschlossen, die heute teilweise schon seit vielen Jahrzehnten bestehen.

  • 1986: Steinlen wird Vertragswerkstatt der Ekato Rühr- und Mischtechnik GmbH
  • 1986: Steinlen wird Vertragswerkstatt der Binder Magnete GmbH und 1990 deren autorisierter Vertriebspartner.

Nach knapp 15 Jahren hatte das Großburgwedeler Betriebsgebäude in der Berkhopstr. 12 nach vielen Um- und Anbauten die maximale Grundstücksbebauung erreicht; auf dem alten Grundstück konnte keine Expansion mehr stattfinden. Für das Unternehmenswachstum musste ein neuer Standort gefunden werden.

Im Jahr 1993 wurde das neue, deutlich größere Unternehmensgebäude im Ehlbeek 21 bezogen. „Wir mußten von der Berkhopstraße an die Ehlbeek 21 umziehen“, erklärte Herr Steinlen damals, „wir konnten uns keinen Quadratmeter mehr vergrößern.“ Der ebenfalls in Großburgwedel ansässige Neubau mit knapp 4.000 qm Betriebsfläche auf einem 9.000 qm großen Grundstück ist im Vergleich zum alten Gebäude doppelt so groß.

Nicht nur die Mitarbeiter haben sich über moderne und komfortablere Arbeitsplätze gefreut, das Lager wurde wieder deutlich aufgestockt, die Produktionsfläche wurde nochmals vergrößert und erweitert. Vor allem wurde auch im Sinne des Umweltschutzes eine neue Kohle-Aktiv-Filteranlage (Abluftbehandlung) und eine Abwasserreinigungsanlage installiert, die von der Gemeinde Burgwedel als richtungsweisendes Engagement Steinlens im Umweltbereich hervorgehoben wurde.

Herr Steinlen zeigte sich besonders stolz über seine Mitarbeiter, denn der Umzug erfolgte mit „Mann und Maus“ in Rekordzeit – an nur 4 Tagen „Während am Freitag noch Eilreparaturen durchgeführt wurden, produzierten wir am Montag schon wieder.“

Nicht nur der Neubau und der Umzug waren ein großes Thema; es wurde eine Lizenzfertigung vereinbart und das Qualitätsmanagementsystem eingeführt.

  • 1994: Beginn der Kendrion Binder Lizenzfertigung elektromagnetischer Bremsen und Kupplungen
  • 1994: STEINLEN wird Flender Vertragspartner.
1995 – 2003

Zum 90jährigen Firmenjubiläum feiert die Steinlen Elektromaschinenbau GmbH nebst Vorgängern am 15.09.1995 mit zahlreichen treuen Kunden, Lieferanten und Vertretern der Handwerkskammer und Elektro-Innung ein großes Fest, inkl. Betriebsbesichtigung, Vorführungen der Werkstattarbeiten, Musik und Buffet.

  • 1995: 90jähriges Firmenjubiläum

Auch wenn das Betriebsgebäude im Ehlbeek 21 großzügig konzipiert war, dauerte es nur wenige Jahre bis wieder die ersten Umbau bzw. Anbauarbeiten starteten.

  • 1996: Einführung eines Qualitätsmanagementsystems

Im Jahre 2000 übernahm Herr Dipl.-Ing. Axel Brinkmann die Geschäftsführung der Steinlen Elektromaschinenbau GmbH. Kurz darauf folgten einige, wegweisende Partnerverträge für das Unternehmen. Steinlen wurde u. A. Danfoss Drive Center und begann mit der Produktion der Bauer Antriebsreihe G96 und der Trommelmotoren in Lizenz. Die Belegschaft musste innerhalb kürzester Zeit auf knapp 100 Mitarbeiter verdoppelt werden, um die große Kundennachfrage zu stillen.

Auf einem Grundstück von 16.500 qm wurde der Betrieb auf 5.600 qm ausgeweitet.

  • 2000: Beginn der ZF Lizenzfertigung von selbstnachstellenden Schleifring-Lamellenbremsen und Lamellenkupplungen
  • 2000: Steinlen wird Danfoss Drives Center und übernimmt den Verkauf und Service von Frequenzumrichtern der Danfoss GmbH
  • 2000: Beginn der Produktion von Trommel-Motoren DT1-DT4 in Lizenz für die Danfoss Bauer GmbH
  • 2002: Beginn der Produktion von Getriebe-Motoren G79 in Lizenz für die Danfoss Bauer GmbH
  • 2002: Beginn der Produktion von Getriebe-Motoren G96 in Lizenz für die Danfoss Bauer GmbH
  • 2002: Anbau kaufmännische Verwaltung / Einkauf / Lager (Vergrößerung von 3.900 qm auf 5.600 qm)

 

2003 – 2009

Am 21. November 2003 stirbt der erfolgreiche und visionäre Unternehmer Joachim Steinlen im Alter von 69 Jahren. Über 32 Jahre hat er sich tatkräftig und unermüdlich für die Interessen des Unternehmens eingesetzt. Hohes Verantwortungsbewusstsein, großes Fachwissen, gepaart mit menschlicher Aufgeschlossenheit, waren die Grundlagen für seine äußerst erfolgreiche Arbeit.

Der außerordentliche und beispielhafte Einsatz für seinen Berufsstand waren ihm Aufgabe und Verpflichtung zugleich, nicht nur in vielen ehrenamtlichen Funktionen sondern auch in der handwerkspolitischen Verbandsarbeit auf Landes- und Bundesebene. Dieses Engagement reichte über die Grenzen Deutschlands bis ins außereuropäische Ausland. Durch seine Beiträge konnte er die Verbände entscheidend prägen und unterstützen. Mit der ihm eigenen Souveränität konnte er jüngere und ältere Kollegen gleichermaßen begeistern und tief beeindrucken. Als Unternehmer-Persönlichkeit hat ihm seine stets offene, freundliche und verbindliche Art Anerkennung und Respekt verschafft.

Nach der Wiedervereinigung hat er sich in vorbildlicher Weise um die Kollegen in den neuen Bundesländern gekümmert und sie, bis zuletzt nach der Flutkatastrophe im Jahr 2002, tatkräftig unterstützt.

Die Gesellschafter, Geschäftsleitung, der Betriebsrat und die Mitarbeiter der Steinlen Elektromaschinenbau GmbH haben in Trauer, aber auch in Dankbarkeit von einem großartigen Menschen Abschied genommen, dessen Andenken allen eine Verpflichtung für die Zukunft sein wird. Sein unternehmerischer Weitblick, seine Ideen und Visionen werden uns immer begleiten.

Hauptgesellschafterin der Steinlen Elektromaschinenbau GmbH ist nun Frau Marieluise Steinlen.

Zum 100jährigen Firmenjubiläum feiert die Steinlen Elektromaschinenbau GmbH nebst Vorgängern am 24.06.2005 mit zahlreichen treuen Kunden, Lieferanten und Vertretern der Handwerkskammer und Elektro-Innung ein großes Sommerfest.

  • 2005: 100jähriges Firmenjubiläum
  • 2005: Steinlen wird die offizielle deutsche Vertretung für COREMO Industriebremsen.

In den nachfolgenden Jahren wurde nicht nur das Fertigungsprogramm weiter ausgebaut, auch das Gebäude wurde wieder erweitert:

  • 2009: Beginn der Produktion von Permanentmagnet-Motoren PM in Lizenz und Hängebahn-Getriebe-Motoren BM als verlängerte Werkbank für die Danfoss Bauer GmbH
  • 2009: Anbau Geschäftsleitung / Vertrieb

 

2009 – 2021

Mit der Übernahme der Gebrüder Wittmann GmbH in Hamburg im Jahr 2009 und der Übernahme der Elektrotechnik Jantzen GmbH in Bremerhaven im Jahr 2015 wird die Geschäftstätigkeit jeweils regional erweitert.

  • 2009: Übernahme der Gebrüder Wittmann GmbH, Hamburg
    Erweiterung der Geschäftstätigkeit: Verkauf und Service von Bauer Produkten
  • 2010: Beginn der Bothner Neufertigung inkl. Full-Service für Instandsetzung, Wartung und Umbau der Getriebe genauso wie die Lieferung von Ersatzteilen
  • 2010 wird die Steinlen Polska Sp. z o.o. gegründet. Die Niederlassung bietet mit 4 Mitarbeitern einen Service- und Vertriebsstandort im polnischen Ostrzeszów.
  • 2012: Steinlen wird PW Hueber Vertriebspartner.
  • 2013: Steinlen wird Vertriebspartner der Columbus McKinnon Engineered Products.
  • 2015: Übernahme der Elektrotechnik Jantzen GmbH, Bremerhaven
    Erweiterung der Geschäftstätigkeit: Schaltanlagen und Schaltschrankbau, sowie Installationstechnik im industriellen Umfeld

2018 wird die Erweiterung des Firmengebäudes in Burgwedel mit einem Investment von mehreren Millionen Euro geplant.Die Produktionsfläche wird um 40 % vergrößert, wieder werden viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Übernahme eines neuen Fertigungsprogramms inkl. Montage, Prüfung und Lagerung sprengte den bisher bekannten Fertigungsrahmen und musste daher komplett neu geplant werden. Nichtsdestotrotz wurde die Produktion nicht erst mit dem neuen Anbau gestartet, wie der Geschäftsführer Herr Brinkmann erklärte „Wir fangen schon im Altbestand an zu produzieren“.

  • 2018: Beginn der Fertigung von Getriebe-Motoren Motox-N als verlängerte Werkbank für die Siemens GmbH

Aber auch die Werkstattfläche der Bremerhavener Niederlassung Jantzen wird 2018 auf das doppelte (um 200 qm) für eine Million Euro vergrößert. 

  • 2019: Steinlen wird Vertriebspartner von Kollmorgen. 
  • 2019: Steinlen wird Vertriebspartner von Control Techniques. 
  • 2019: Steinlen wird Vertriebspartner von Lock Antriebstechnik.  
  • 2019: Steinlen wird Vertriebspartner von ePower (ehemals Europower). 
  • 2020: Steinlen wird ein autorisierter Grundfos Partner für Service und Vertrieb. 
  • 2020: Steinlen wird Vertriebs- und Servicepartner von Caprari.
  • 2020: Steinlen wird Sales- und Servicepartner von Varisco. 
  • 2021: Steinlen wird Siemens Solution Partner für Drives & Motion und Approved Partner für Simoloc.
  • 2021: Übernahme der Produktlinie Motox-N durch die Steinlen Elektromaschinenbau GmbH

Kontinuität und Leistung auf der einen Seite, gutes Management und laufende Anpassung an den technischen Fortschritt andererseits: damals und heute, die herausragenden Merkmale von Steinlen.